Allianz: Weniger Überschüsse für die Lebensversicherung

8. Dezember 2010

Was macht die Allianz? Wenn der Branchenprimus seine Überschussbeteiligung in der Lebensversicherung festlegt, findet das immer besondere Beachtung in der Branche und bei den Kunden. Viele andere Gesellschaften rücken erst danach ihre Zahlen heraus.

Nun hat der Münchner Versicherer gesprochen. Die laufenden Überschüsse sinken für das Jahr 2011 um 0,2 auf 4,1 Prozent. Damit wird den Versicherungsguthaben der Kunden im zweiten Jahr in Folge ein niedrigerer Prozentsatz gutgeschrieben. Während der Krise hielt die Allianz ihre Überschüsse konstant. Die Gelder aus den Policen waren nur zu einem verschwindend geringen Anteil in Aktien investiert.

Jetzt macht allen Versicherern die niedrige Verzinsung der mittel- und langfristigen Bundesanleihen zu schaffen. Die 10-jährigen Anleihen sackten von Beginn des Jahres bis Oktober um 0,9 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent ab. Versicherer sind auf solche Anlagen mit höchster Bonität angewiesen, weil sie allen Kunden eine Garantieverzinsung versprechen. Sie liegt aktuell für Neuverträge bei 2,25 Prozent, doch es gibt viele Altverträge mit höheren Garantiezinsen in den Beständen. Im Durchschnitt aller Verträge sind es bei der Allianz 3,3, Prozent. Das heißt, der Versicherer kann allein mit Bundesanleihen seine Garantien nicht erfüllen.

Tendenz: Die Branche gibt  im Durchschnitt weniger

Zu der laufenden Verzinsung kommt noch ein Schlussüberschuss für 2011  – 0,6 Prozent bei der Allianz. Das Geld bekommen die Lebensversicherungs-Kunden nur, wenn sie den Vertrag bis zum Schluss durchhalten. Außerdem: Seit dem neuen Versicherungsvertragsgesetz müssen die Gesellschaften ihre Sparer unverzüglich an den Bewertungsreserven beteiligen. Die entstehen, wenn eine Kapitalanlage zu einem anderen Wert in den Büchern steht, als sie tatsächlich kosten würde bei Verkauf. So kommen noch einmal 0,2 Prozent Verzinsung obendrauf.

Die Ratingagentur Assekurata veröffentlicht die Werte der gesamten Branche. Viele der bisher bekannten Überschusswerte weisen nach unten. Axa, Itzehoer und R+V zahlen ihren Lebensversicherungs-Kunden ebenfalls weniger – zwischen 0,2 und 0,3 Prozent. Sechs Unternehmen halten die Überschüsse konstant. Nur die Inter Versicherung hebt ihre Werte an, bleibt aber insgesamt noch deutlich unterdurchschnittlich. Die große Mehrzahl der Lebensversicherer gibt ihre Zahlen erst in den kommenden Tagen bekannt.

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Autor: transparo

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