Die Deutschen machen immer weniger Schulden

2. Juni 2011

Die deutschen Haushalte haben aus dem Absturz der Aktienkurse Anfang des Jahrzehnts gelernt und ihre Verschuldung in der Finanzkrise nicht erhöht. Sie seien ohne Zusatzschulden durch die Krise gekommen, berichtete das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Berlin am Mittwoch anhand von detaillierten Umfragedaten. Der seit rund zehn Jahren anhaltende Trend zu geringeren Schulden sei durch die Krise nicht gebrochen worden.

“Lediglich durch die Abwrackprämie haben sich Haushalte zu zusätzlichen Krediten für den Autokauf verleiten lassen. Insgesamt sind die Sparquoten sogar gestiegen”, erklärten Dorothea Schäfer, Forschungsdirektorin Finanzmärkte, und ihre Ko-Autorin Marlene Karl. “Die Haushalte in Deutschland haben eine Tendenz, sich liquide und ihre Finanzsituation möglichst stabil zu halten”, sagte Schäfer. Ein geeignete Anlageform für die eiserne Reserve ist das Tagesgeld, wo die Zinsen nach einem langen Tief seit einigen Wochen wieder in Bewegung kommen.

Nur noch 18 Prozent der Haushalte mit Konsum- und Immobilienkrediten belastet

Auch die niedrigen Zinsen hätten die Haushalte nicht dazu veranlasst, mehr Schulden aufzunehmen. Im Jahre 2009 seien deutlich weniger Haushalte, nämlich 18 Prozent, mit Konsumentenkrediten und Krediten für Immobilien- und Baufinanzierung belastet gewesen als während der Dotcom-Krise, als es noch circa 20 Prozent gewesen seien.

Die Haushalte scheinen aus dem Platzen der Dotcom-Blase gelernt zu haben”, sagte Schäfer. “Damals gab es deutlichere Effekte durch kreditfinanzierte Aktienspekulationen.” Seitdem sei die Belastung durch Zinsen und Tilgungen rückläufig.

dapd/nh

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Autor: transparo

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