Vorschlag: Garantie für Lebensversicherung senken

28. Dezember 2010

Einmal im Jahr spricht die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) eine Empfehlung aus, wie es mit dem Garantiezins für die Lebensversicherungen weitergehen soll. “Absenken” lautet jetzt der Vorschlag. Von aktuell 2,25 Prozent soll der Rechnungszins zum 1. Januar auf 2,00 Prozent schrumpfen, das meldet der DAV, die Vereinigung der Versicherungsmathematiker.

Wie hoch die Verzinsung liegt, legt am Ende das Bundesfinanzministerium fest. Es ist nicht an die Empfehlung der Aktuare gebunden, orientiert sich aber daran. Für Spannung sorgten zuvor Spekulationen in der Presse, wonach das Ministerium selbst Pläne für eine Absenkung auf 1,75 Prozent hat – und zwar schon zur Jahresmitte 2011.

In Dribbelschritten abwärts

Solche möglichen Überlegungen hatte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gegenüber versicherungsjournal.de als hochproblematisch bezeichnet. Selbst eine Absenkung auf 2,00 Prozent sei deutlich vorsichtiger als notwendig.

Seit der Jahrtausendwende rutschte der Garantiezins, der für Kapitallebensversicherungen und private Rentenversicherungen gilt, in drei Schritten von damals 4,00 auf jetzt 2,25 Prozent. Grundlage für die Festlegung ist der 10-Jahres-Durchschnitt besonders sicherer Staatsanleihen. Der Rechnungszins darf nach Versicherungsaufsichtsgesetz nicht über dem 0,6-fachen dieses Wertes liegen.

Von sinkendem Garantiezins nicht schocken lassen

Versicherungskunden sollten sich aber nicht beunruhigen lassen von dem aktuellen Vorschlag der Versicherungsmathematiker. Erstens würde eine solche Regelung nur für Neuverträge gelten. Zweitens ist der Rechnungszins nur ein Teil der Gesamtverzinsung, die aus der Überschussbeteiligung (wozu der Rechnungszins gehört), dem Schlussüberschuss und der Beteiligung an den Bewertungsreserven besteht. So bekommen zum Beispiel Allianz-Kunden ihr Guthaben 2011 mit bis zu 4,9 Prozent verzinst.

Der Rechnungszins (oder Garantiezins) gibt also nur den Wert an, unter den die Rendite keinesfalls sinken darf. Die Versicherer leiden zwar unter der Niedrigzinsphase bei den Staatsanleihen mit höchster Bonität und senken vielfach die Überschussbeteiligung. Es gibt aber immer Anlagemöglichkeiten mit besserer Rendite. Im Interview mit dasinvestment.com verweist Jörg Ladwein, der das Kapital der Allianz Lebensversicherung verwaltet, auf Gewerbeimmobilien und Ökostrom-Investments, bei denen er zwischen fünf und 8,5 Prozent Rendite erwartet.

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Autor: transparo

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