Weltspartag und jeder Sechste hat nichts übrig

29. Oktober 2010

Auch mit kleinen Beträgen lässt sich ordentlich etwas ansparen. Um dieses Prinzip zu vermitteln, begehen die Sparkassen seit mittlerweile 86 Jahren am 31. Oktober den Weltspartag. Aus diesem Anlass stellt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband sein aktuelles Vermögensbarometer vor. In der Umfrage unter 2.000 Bundesbürgern zeigten sich 53 Prozent aller Teilnehmer zufrieden mit ihrer finanziellen Lage. Sie antworteten, dass es ihnen “gut” oder “sehr gut” gehe. Der Anteil der finanziell Unzufriedenen sinkt weiter. Aktuell sind es 10 %, 2005 und 2006 lag dieser Wert noch bei 18 %.

81 Prozent aller Bürger beschäftigen sich nach eigenen Angaben mit “Maßnahmen zur Absicherung ihrer finanziellen Zukunft”. Diejenigen, die tatsächlich bereits privat vorsorgen, legen ihr Geld so an:

Sparbücher – 61 Prozent
Private Rentenversicherungen – 61 Prozent
Kapitallebensversicherungen – 60 Prozent
Bausparverträge – 56 Prozent
Festgeld – zusammen 53 Prozent
Selbstgenutzte Immobilie – 52 Prozent
Betrieblichen Altervorsorge – 48 Prozent
Riester-Rente – 45 Prozent aller Berechtigten
Investmentfonds – 28 Prozent
Aktien – 23 Prozent

Foto zum Weltspartag 1963. Hätte das Mädchen seitdem täglich umgerechnet einen Euro gespart und zu sieben Prozent anlegen können, dann wären jetzt über 120.000 Euro draus geworden. Einsatz knapp 17.000 Euro. Foto: DSGV

Die Sparquote ist im Jahr 2009 leicht gesunken – auf 11,1 Prozent. Die Verbraucher haben knapp 177 Milliarden Euro an Ersparnissen gebildet, 11 Milliarden Euro weniger als 2008. Dazu DSGV-Präsident Heinrich Haasis: “Wir rechnen für 2010 mit einer leichten Erhöhung der Sparquote auf etwa 11,5 Prozent und auch im nächsten Jahr sollte sie dieses Niveau halten können. Angesichts des hohen Vorsorgebedarfs in der Bevölkerung ist das Niveau keineswegs zu hoch.”

Dass die Verbraucher so stark auf die absolut sicheren Geldanlagen setzen, halten die Forscher vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung für eine falsche Strategie. In einer aktuellen Untersuchung kommen sie zu dem Schluss: Jeder Deutsche hat mehr als 40 Prozent des durchschnittlichen Vermögens (52.474 Euro) bei der Bank, zum Beispiel auf dem Girokonto oder Sparbuch, angelegt – im Schnitt 21.253 Euro. In Lebensversicherungen stecken im Durchschnitt 9.060 Euro. Platz drei in der Anlegergunst belegen Investmentfonds mit 6.308 Euro, gefolgt von festverzinslichen Wertpapieren mit 4.005 Euro. Nur 2.136 Euro ihres Vermögens haben die Deutschen in Aktien investiert.

Damit bleibt zu viel Geld bei den Banken, so das ZEW. Beim Sparen sollten Anleger immer auf einen gesunden Mix aus verschiedenen Anlageformen achten und so die Chancen auf höhere Erträge nutzen, ohne dass die Sicherheit zu kurz kommt.

Wie man richtig spart, ist die eine Frage. Alarmierend ist, dass – laut einer anderen aktuellen Umfrage, die die Postbank durchführte – jeder Zweite überhaupt nichts regelmäßig zurücklegt oder zurücklegen kann. Dabei schreiben alle das Sparen groß, zumindest theoretisch. Knapp 87 Prozent der Teilnehmer finden es wichtig, bei den Frauen sind sogar knapp 94 Prozent.

Trotzdem sagt noch nicht einmal jeder Zweite in Deutschland (41,1 Prozent), dass er jeden Monat etwas zur Seite legt. Im Westen haben immerhin 43,7 Prozent der Menschen monatlich Geld übrig, das sie sparen. Im Osten sind es lediglich 30,4 Prozent. Gut ein Viertel (27,2 Prozent) spart wenigstens unregelmäßig – wenn es Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Steuerrückzahlung zulassen. Jeder fünfte Ostdeutsche (20,9 Prozent) und fast jeder siebte Westdeutsche (14,8 Prozent) sagt sogar: “Ich kann nichts zur Seite legen.”

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Autor: transparo

transparo ist das smarte Vergleichsportal für alle, die schnell durchblicken wollen. Im Blog werfen wir einen Blick auf alles, was sich bei Versicherungen, Banken und Energieanbietern bewegt. Dabei gehen wir immer der Frage nach: Wie wirkt sich die Entwicklung auf Verbraucher aus?

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